Wir sind eine Umweltzeichen-Schule!

Weiterbildung zur Nachhaltigkeit sowie ein ökologisches Bildungsumfeld sind zentrale Bereiche eines modernen bildungspolitischen Auftrages. Wir werden diesem Auftrag sowie einer Reihe von Umwelt- und Gesundheitskriterien gerecht und sind daher mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet. Zurzeit bewerben wir uns um eine Verlängerung um weitere vier Jahre.

Mit der Förderung des Umweltengagements von unseren Schülerinnen und Schüler sowie mit ihrem ökologischen, sozialen und wertorientierten Verhalten tragen wir nicht nur innerhalb des Schulbereiches, sondern auch in der gesamten Umgebung ganz wesentlich zu einem nachhaltigen Umweltbewusstsein bei. Das Umweltzeichen hilft uns dabei, zu zeigen, dass uns nachhaltiges Denken und Handeln ein großes Anliegen und wir unseren bildungspolitischen Auftrag und unsere ökologische Verantwortung für unser Land ernst nehmen.

Das Österreichische Umweltzeichen zertifiziert Schulen und Pädagogische Hochschulen, denen Bildungsqualität besonders am Herzen liegt. Diese Bildungseinrichtungen legen großen Wert auf hohes Umweltengagement und eine nachhaltige und soziale Schulentwicklung. Biologische, regionale Ernährung und Gesundheitsförderung sind weitere wichtige Kernthemen von Umweltzeichen-Schulen.

Das Umweltzeichen wird an Produkte, Tourismusbetriebe und Bildungseinrichtungen vergeben. Es liefert der Öffentlichkeit Informationen über die Umweltbelastung von Verbrauchsgütern durch deren Herstellung, Gebrauch und Entsorgung. Den Konsumentinnen/Konsumenten und Beschaffern zeigt es umweltfreundliche Produktalternativen auf. Das Umweltzeichen soll Herstellerinnen/Hersteller und Handel motivieren, weniger umweltbelastende Produkte zu entwickeln und anzubieten. Am Markt wird damit ein dynamischer Prozess ausgelöst, der das Angebot in Richtung umweltfreundlicher Produkte und Dienstleistungen prägt. Produkte mit dem Umweltzeichen müssen eine Reihe von Umweltkriterien erfüllen und deren Einhaltung durch ein unabhängiges Gutachten nachweisen. Ausgezeichnet werden nur jene nachgewiesen umweltschonenden Produkte, die auch eine angemessene Gebrauchstauglichkeit und Qualität aufweisen. Auf diese Weise kombiniert das Umweltzeichen hohen Umweltstandard mit Qualität und Produktsicherheit.

Die Schwerpunkte der HBLFA Tirol sind Landwirtschaft und Ernährung sowie Lebensmittel- und Biotechnologie. Unterrichtsgegenstände wie Biologie, Ökologie, Tierzucht, Biologische Landwirtschaft, Pflanzenbau, Küchenführung und Ernährungslehre neben allgemeinbildenden und wirtschaftlichen Fächern einen hohen Stellenwert haben. Nachhaltigkeit spielt an der Schule eine große Rolle und ist im Leitbild sowie im Schulprogramm verankert.

Die Idee, das Umweltzeichen anzustreben, entstand schon im Herbst 2006 anlässlich einer Fortbildung. Als ersten Schritt erfassten wir Umweltaktivitäten an der Schule und wurden aufgrund unserer vielfältigen Aktivitäten in den letzten Jahren, wie z.B. klassen- und schulübergreifende Projekte zum Thema Haut, Rauchen, Bewegtem Sitzen, Gesunder Jause uvm., mit dem ÖKOLOG-Zertifikat ausgezeichnet.

Die konkrete Umsetzung der Kriterien für das Umweltzeichen begann im Herbst 2007 mit dem Besuch des Einstiegsworkshops in Wien. Dort wurde einerseits klar, dass die Schule in vielen Bereichen die Kriterien eigentlich schon erfüllen kann, dass es aber ein ganzes Team zur Umsetzung der fehlenden Kriterien braucht. Auch das Zuziehen eines Beraters erschien sinnvoll.

Im Jänner 2008 besprachen dann alle Arbeitsgruppen mit dem Berater, welche Kriterien zu den jeweiligen Bereichen bereits erfüllt werden, wie dies dokumentiert ist und was noch erfüllt werden muss. Was dabei für alle Beteiligten überraschend war, war, wie viel eigentlich bereits „richtig“ gemacht wird und wie viele Anforderungen bereits erfüllt werden.

Unserem Team wurde beim Erwerb und der Folgezertifizierungen 2012 und 2016 des Umweltzeichens bewusst, dass der Alltag noch stärker vom Umweltgedanken geprägt werden muss. Durch die Einführung von zwei Umweltbeauftragten pro Klasse sollen der sinnvolle Einsatz von Ressourcen (Energiesparen: Beleuchtung, Lüften, ...) sowie der sparsame Umgang mit Druckerpapier und anderen Betriebsmitteln noch besser im Bewusstsein aller verankert werden.

Die Organisation im Schulteam übernimmt Mag. Dr. Bernhard Beiler, tatkräftig unterstützt von Mag.a Gabriele Pallua, die als ÖKOLOG-Koordinatorin Expertin für die Umwelterziehung im Haus ist.Mit dem Umzug der gesamten Schule stehen wir jetzt vor der großen Herausforderung die Kriterien für das Umweltzeichen neu erfüllen zu müssen. Das gesamte Team der HBLFA Tirol arbeitet daran, die geforderten Dokumente zeitgerecht zu Verfügung zu stellen. Der Umweltgedanke hat an unserer Schule immer Saison.

Wir sind Umweltzeichenschule weil …

… wir in der Heizsaison stoßlüften.

… wir das Licht nur einschalten, wenn es notwendig ist.

… wir einen Teil unseres Energiebedarfs durch unsere Photovoltaikanlage decken.

… wir unser Warmwasser mit Hilfe des Sonnenlichtes erzeugen.

… Schülerinnen und Schüler in Entscheidungsprozesse (Mittagsverpflegung, …) einbinden.

… wir den Müll in allen Klassenräumen trennen.

… wir, wann immer es möglich ist, versuchen Fahrgemeinschaften zu bilden.

… wir regelmäßig das Schulklima evaluieren.

… wir für externe Schulveranstaltungen nach Möglichkeit öffentliche Verkehrsmittel benutzen.

… wir regelmäßig Projekte zu umweltrelevanten Themen durchführen.

… wir unser großes und vielseitiges Außenareal auch in der Freizeit nützen.

… unser Schulgebäude mit Putzmitteln gereinigt wird, die umweltverträglich sind.

… unsere Schulgemeinschaft auch in Form gemeinsamer Feste und Feiern lebt!

… wir unsere Schulveranstaltungen nach ökologischen Kriterien ausrichten.

… wir die Lebensmittel für die Schulküche, wenn möglich, von regionalen

… gesundheitsrelevante Themen bei uns eine Rolle spielen.

… uvm.

Die Arbeitsgruppen für das Umweltzeichen:

  • Umweltzeichen-Koordination (Einladung und Leitung der Teamsitzungen, Kontakt zu Berater Ing. Erwin Bernsteiner, Prüfungsanmeldung): Dr. Bernhard Beiler, Mag.a Gabriele Pallua und Mag.a Magdalena Macht
  • Management, Organisation und Soziales (Schulprogramm, QIBB-Evaluierungen, Planung letzte Schulwoche)
  • Umweltpädagogik (Alternative Lehr- und Lernmethoden, ökologische Zusammenhänge)
  • Gesundheit, Ergonomie und Innenraum (Ausstattung der Arbeitsräume, Raumklima, Suchtprävention, soziales Schulklima)
  • Energie und Bauausführung (Energieeinsparpotentiale, alternative Energien, NutzerInnenverhalten)
  • Verkehr und Mobilität (Fahrgemeinschaften, Fahrpläne, Fahrradabstellplätze, Mobilitätserhebung)
  • Beschaffung und Unterrichtsmaterialien (Recyclingpapier, Produkte mit Umweltzeichen)
  • Ernährung inkl. Speisen- und Getränkeangebote (Regionale und saisonale Lebensmittel, Bioprodukte, Pfandflaschen, Ernährungsberatung)
  • Chemische Produkte und Reinigung (Schmutzschleusen, umweltverträgliche Reinigungsmittel, Reinigungsplan)
  • Wasser, Abwasser, Abfallvermeidung und -reduktion (Kennzahlenbildung, Abfallkonzept, Mülllogistik)
  • Außenraum (Kommunikationsräume, Bewegungsräume)
Veröffentlicht am 04.08.2020